Gedenkstättenfahrt nach Polen: Unsere Reise zwischen Erinnerung und Reflexion
Von Schülern des Beruflichen Gymnasiums und der dualen Ausbildung der SBBS Sonneberg – Unterstützt durch die Bethe-Stiftung und das Bundesprogramm „Demokratie leben“
Vom 21. bis 26. Juni 2026 haben wir eine Gedenkstättenfahrt nach Polen unternommen. Unterstützt und gefördert wurde die Fahrt von der Bethe-Stiftung aus Bergisch Gladbach sowie dem Bundesprogramm „Demokratie leben“, die es uns ermöglichten, sich intensiv mit den Themen Geschichte, Erinnerungskultur und Demokratie auseinanderzusetzen. Unsere Reise führte uns durch Breslau, Oświęcim und Krakau – und vor allem in die Gedenkstätte Auschwitz I und Auschwitz-Birkenau. Es war eine Woche voller Eindrücke, die uns nachhaltig geprägt hat.
Unsere Reise begann in Breslau, wo uns eine spannende Stadtführung erwartete. Wir haben nicht nur viel über die kulturelle und historische Bedeutung der Stadt gelernt, sondern auch ihre lebendige Atmosphäre genossen. „Breslau ist eine angenehme Stadt mit guten Einkaufsmöglichkeiten und vielen Restaurants“, wie einige von uns festhielten. Besonders beeindruckt hat uns der Marktplatz mit seinen farbenfrohen Häusern und die Jahrhunderte alte Universität, die von der reichen Geschichte der Stadt zeugen.
Auf dem Weg nach Krakau machten wir Halt in Oświęcim, der Stadt, in der sich das ehemalige Konzentrationslager Auschwitz befindet. Die Stadtführung hier gab uns einen ersten Einblick in die historische Bedeutung der gesamten Region – eine wichtige Vorbereitung auf den Besuch der Gedenkstätte. Wir besichtigten zudem den Jüdischen Friedhof in Oświęcim, der nach seiner Zerstörung wieder als Erinnerungs- und Gedenkort eröffnet wurde und uns die jüdischen Traditionen und die Geschichte der Stadt näherbrachte.
Der Besuch in Auschwitz I und Auschwitz-Birkenau war für uns alle der emotionalste und lehrreichste Teil der Reise. „Die Dimensionen des Lagers und die historischen Hintergründe vor Ort zu sehen, hat bei uns einen bleibenden Eindruck hinterlassen“, so unser gemeinsamer Eindruck. Besonders berührend waren die originalen Barracken, die Gaskammern und die Ausstellungen mit persönlichen Gegenständen der Opfer. Die Stille und die Schwere der Atmosphäre in Auschwitz I und Birkenau haben uns tief bewegt. Es war eine tiefgreifende Erfahrung, die uns zeigte, wie wichtig es ist, sich mit der Vergangenheit auseinanderzusetzen.
In Krakau hatten wir viel Freizeit, um die Stadt auf eigene Faust zu erkunden. Besonders das Essen von traditionellen Pierogi machte die polnische Kultur für uns auch geschmacklich erlebbar. Die Stadtführung am letzten Tag führte uns durch die Altstadt mit dem Wawel-Schloss, der Kathedrale und einigen Synagogen. „Die Architektur und die Geschichte Krakaus sind faszinierend“, wie einige von uns sagten. Die lebendige Atmosphäre der Stadt und die vielen Straßenkünstler haben uns ebenfalls beeindruckt.
Die Fahrt war für uns eine Mischung aus Lernen, Erleben und Reflexion. Der Besuch in Auschwitz hat uns besonders berührt: „Es war etwas ganz anderes, die Orte selbst zu sehen, an denen die Ereignisse stattgefunden haben, als nur im Geschichtsunterricht darüber zu sprechen“. Wir haben verstanden, dass Erinnerung aktiv gestaltet werden muss – und dass es unsere Aufgabe ist, diese Erinnerung weiterzutragen.
Diese Reise wäre ohne die Unterstützung der Bethe-Stiftung und des Bundesprogrammes „Demokratie leben“ nicht möglich gewesen. Beide Initiativen haben uns geholfen, Geschichte nicht nur zu lernen, sondern auch zu erleben. Dafür sind wir sehr dankbar.
Die Gedenkstättenfahrt nach Polen hat uns nicht nur historisches Wissen vermittelt, sondern auch Empathie und Verantwortungsbewusstsein gestärkt. Wir haben gelernt, dass Geschichte lebendig ist – und dass es an uns liegt, sie zu bewahren. Diese Reise wird uns noch lange in Erinnerung bleiben und hat uns gezeigt, wie wichtig es ist, für Demokratie und Menschenrechte einzustehen.
Unsere Eindrücke und Erlebnisse sowie unsere Reflexion bzgl. einer gelungenen Erinnerungskultur wollen wir auch außerhalb der SBBS Sonneberg präsentieren, daher laden wir herzlich alle Interessierten am Mittwoch, 02.September 2026, 18:00 Uhr in das Multifunktionszentrum Wolke 14, Friesenstraße 14, 96515 Sonneberg ein.
Lene Zimmerhackl, Marie Kahlert, 12. Klasse SBBS Sonneberg